GESCHICHTE

Die Ursprünge der „Porzellan Werkstatt“ reichen zurück bis ca. um 1900. Damals begann ein namentlich leider unbekannter Juwelier, in dem noch von Hamburg unabhängigen Altona, sich mit der Reparatur von Porzellanwaren zu beschäftigen.

Obwohl das Handwerk des Porzellanstifters und -nieters den Adressbüchern der 1930er Jahre zufolge verbreitet war, suchte man nach fachlichen Neuerungen um die – im wahrsten Sinne – lückenhaften Reparaturmethoden weiter zu entwickeln.

Den Herren Evers und Knierim mag solch eine Verbesserung gelungen sein: In den 1920er Jahren übernahmen sie die Porzellanreparatur des Juweliers und tauften ihr Gewerbe zunächst „Porzellanbrennerei“ – ein Hinweis auf die damals verbesserte Technik des Brennens von Scherben.

In den 1930er Jahren siedelten Evers und Knierim ihre Firma in die Lange Reihe nach Hamburg St. Georg um. Den damals in „Porzellan-Klinik“ umbenannten Betrieb wollten sie schließlich in Zeiten der Währungsreform verkaufen um in den Ruhestand zu gehen.

Erich Tünnecke übernahm 1948 die „Porzellan-Klinik“ und einen Trümmerladen im Souterrain in der Langen Reihe 104 – zusammen mit einem Berg unreparierter Scherben und entsprechend unzufriedener Kunden.

Nach beschwerlichen Anfangsjahren, in denen die Scherben noch in einem mit Kohle beheizten Muffelofen gebrannt wurden und einigen Umzügen innerhalb der Langen Reihe, ging es langsam aufwärts. Tünnecke baute einen bundesweiten Postversandservice auf und gründete 1957 in Bremen einen Zweigbetrieb, der auch heute noch – allerdings eigenständig – existiert.

Das „heitere Beruferaten“ in der Show „Was bin ich?“ verhalf Tünnecke 1978 als “Porzellan-Doktor” zu deutschlandweiter Bekanntheit: Seitdem arbeitet die Firma mit Porzellanfachgeschäften aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen und erhält Scherben aus fast allen Teilen der Welt.

Bis 1983 leitete Tünnecke die „Porzellan-Klinik“ – ab 1965 an ihrem langjährigen Standort in den Großen Bleichen 23 im Hause des Ohnsorg Theaters. In der Nachfolge wurde das Unternehmen als Offene Handelsgesellschaft, zunächst mit drei Gesellschaftern – der Tochter Tünneckes, seinem Schwiegersohn und einem Teilhaber – bis 1997 fortgeführt.

Seit 1998 leitet Harald Schmalhaus – der Schwiegersohn Tünneckes – die Firma unter dem Namen „Die Porzellan Werkstatt“. Im Juli 2011 musste das traditionsreiche Familienunternehmen nach insgesamt 46 Jahren, wegen Umbau des Hauses im Zuge des Auszugs des Ohnsorg Theaters, seinen Firmensitz wechseln. An seinem neuen Standort, im historischen Kontorhausviertel Hamburgs in der Altstädter Straße 11, begrüßt „Die Porzellan Werkstatt“ nun in einem Ladengeschäft alt bekannte und neue Kunden.